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Projekte

Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege (MoPlaSa)

 

Zeitraum:

09.08.2018 - 31.10.2022

 

Auftraggeber:

Das Projekt MoPlaSa wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-AGRI) durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

 

Leitung:

Dr. Sandra Lerche, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. ►sandra.lerche[at]zalf.de ►033432/82-185

 

Koordination:

Katharina Schmidt, agrathaer GmbH ►katharina.schmidt[at]agrathaer.de  ►033432/82-231

 

Projektbeteiligte:

 

►Forst Schneebecke

►Gut Schmerwitz GmbH & Co. KG

►Havelfrucht Werder GmbH

►Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.

►Humboldt-Universität zu Berlin

►agrathaer GmbH

►e-nema GmbH

►Internationale Geotextil GmbH (IGG)

►Julius Kühn-Institut (JKI)

►Pflanzenschutzdienst Brandenburg des Landesamts für Ländliche Entwicklung

►Landwirtschaft und Flurneuordnung (PSD)

►Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern (LFA)

►Sanddornverein e. V. – Gesellschaft zur Förderung von Sanddorn und Wildobst (SV).

 

Lead-Partner: Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.

 

 

 

MoPlaSa BLOG

Posterpräsentation

Besuch der Staatssekretärin Dr. Schilde

am 11.09.2019

 

Foto: Julia Lidauer, ZALF

 

Die Staatssekretärin Dr. Carolin Schilde besuchte unser MoPlaSa_Projekt am ZALF in Müncheberg. Gemeinsam wurde über die Herausforderungen und die Zukunft des Sanddornanbaus in Brandenburg gesprochen und die besondere Bedeutung des Sanddornanbaus in Norddeutschland hervorgehoben:

 

Mit Dauerkulturen, wie Sanddorn, schaffen wir einen dauerhaften Lebensraum für Insekten, Vögel und viele andere Tiere. Wir fördern damit Biodiversität und leisten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. auf landwirtschaftlich genutzten Flächen.

 

Diversität im landwirtschaftlichen Anbau ist eine wichtige Absicherung besonders aus Perspektive potenziell steigender negativer Effekte des Klimawandels. Die hohe Anpassungsfähigkeit und Sortendiversität des Sanddorns ist eine zukunftsfähige Anbaualternative.

 

Der Sanddornanbau hat ein besonderes Alleinstellungsmerkmal in Nordostdeutschland. Tradition und norddeutsche Kultur soll den kommenden Generationen weitergegeben werden, gleichzeitig müssen wir neues Wissen generieren, um den Sanddornanbau zukunftsfähig zu machen.

 

Die aromatische Frucht hat einen großen Vitamin C Anteil und wird zu Saft, Marmelade oder Likör verarbeitet. Das stärkt die regionale Wertschöpfung. Durch eine Erweiterung der Sanddornproduktpalette kann die Nachfrage gesteigert werden und einem Preisverfall entgegen gewirkt werden.

 

Damit es viel zu erleben und zu erforschen gibt, haben wir auch Anschauungsobjekte aus unserer Projektpraxis mitgebracht:

 

- Sanddornfliegen, von der Puppe zur Fliege

- Nematoden unterm Mikroskop

- Sanddorn ist nicht gleich Sanddorn, verschiedene Sanddornsorten und Befallzustände

- Fliegenfallen, von einmal Klebetafeln bis zu wiederverwendbaren Fallen

 

>> zur Pressemitteilung

 

Agri-Innovation summit 2019

25. -26. Juni 2019 in Lisieux, Normandy - France

 

 

>>Veranstaltungswebseite (EIP-Agri)

 

Beginn der Freilandversuche

In den Sanddornanlagen auf dem Biohof Glindow, von Havelfrucht bei Werder sowie auf Gut Schmerwitz im Fläming wurden die ersten Insektenfallen zum Befallsmonitoring aufgehängt.

Juni 2019

Foto: Thorsten Rocksch

 

Mit Hilfe der nicht-chemischen Fallen werden wichtige Daten zur Entwicklung und dem Auftreten der Fliegen ermittelt. Die Fallen werden gleichzeitig auf ihre Fängigkeit, eine einfache Anwendung und die beste Positionierung im Sanddornbestand überprüft. Dabei spielen u.a. Kriterien wie Farbe, Form, Wirkungsdauer, und Preis eine wichtige Rolle. Aber auch ökologische Aspekte werden berücksichtigt. So sollten die Fallen möglichst nur für die Sanddornfruchtfliege attraktiv sein, um andere Nichtziel-Insekten zu schützen. Für diese Zwecke wurden vier Fallentypen ausgewählt. Neben einmal Klebetafeln wurden wiederverwendbare Fallen mit unterschiedlichen Eigenschaften verwendet. Sie sind glocken- oder trichterförmig und haben Fangflüssigkeit im Inneren oder bestehen aus zwei Tafeln, die zusammengesetzt ein Kreuz bilden und mit Insektenleim bestrichen sind.

 

Foto: Thorsten Rocksch

 

Zwei Mal pro Woche finden nun Bonituren statt. Das heißt, die Fallen werden gesichtet und ggf. ausgetauscht. In Erfassungsbögen wird der Fang genau dokumentiert und nach bestimmten Parametern ausgewertet. Nur so können valide Ergebnisse erzielt werden.

 

 

Nassansaatversuche zur Bodenabdeckung auf den Versuchsflächen in Dahlem

Mai 2019, Dahlem

 

Ausbringen Bodenabdeckungmaterials mit dem Hydroseeder des Projektpartners IGG

Foto: Thorsten Rocksch

 

Ausbringen Bodenabdeckungmaterials mit dem Hydroseeder des Projektpartners IGG

Foto: Thorsten Rocksch

 

Versuchsparzellen mit Bodenabdeckung

Foto: Thorsten Rocksch

 

2. OG-Treffen auf Gut Schmerwitz

Vorstellung der geplanten Versuche für 2019

2. April 2019 

 

 

Die einzelnen Module für die Versuchsplanung 2019 wurde besprochen. Dabei wurde herausgestellt, dass es besonders wichtig ist, die Biologie der Sanddornfruchtfliege genauer zu untersuchen. Dazu gehören Daten zu: Überliegerrate, Fitness der Puppen (Größe), Parasitierung (Farbunterschiede), Schlupfzeiträume (Temperaturschwelle Entwicklung, Temperatursumme Fliegenschlupf), Ermittlung der Basistemperatur für Schlupf.

 

Dr. Bart Vandenbossche (e-nema) präsentierte, wie Nematoden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden können und welche Versuche dazu derzeit durchgeführt werden.

 

Holger Neisser (IGG) präsentierte die Planungen zu den Nassansaatversuchen zur Bodenbedeckung. Die Bodendeckung soll zum einen verhindern, dass die Puppen in den Boden eindringen und zum anderen, dass Fliegen den Boden verlassen können. Mit den Versuchen sollen Fragen zum Material (Dicke, Haltbarkeit) und wie das Material ausgebracht werden soll (Größe und Druck)geklärt werden. Dazu steht eine 150 Quadratmeter große Fläche in Berlin Dahlem (HU Berlin) zur Verfügung.

 

Dr. Sandra Lerche (ZALF) stellte die ersten Planungen für die Fallenversuche vor. 2019 sollen folgende Fallentypen getestet werden: Klebetafeln (Einfach-/Mehrfachnutzung) und McPhail-/Tunnel-Fallen zur Mehrfachnutzung. Untersucht werden die Handhabbarkeit, Fängigkeit, Aufhängung bzw. Positionierung. Die Fallenversuche werden in allen Betrieben durchgeführt.

 

Weitere Themen des zweiten OG-Treffens waren die geplanten Versuche mit entomopathogenen Pilzen, für die es bei Freilandversuchen einer Sondergenehmigung bedarf und die Sortenversuche.

 

Auftaktveranstaltung

Mit vereinten Kräften gegen die Sanddornfruchtfliege!

 

Am 10.10.2018 war es endlich soweit: mit dem Auftakttreffen der Operationellen Gruppe (OG) - so die offizielle Bezeichnung des Projektteams im Rahmen von EIP-AGRI - wurden die Arbeiten zum neuen EIP-AGRI Projekt MoPlaSa offiziell aufgenommen. Eine bunte Mischung aus Sanddornanbauern, Wissenschaftlern und Vertretern aus Wirtschaft und Landwirtschaftskammern wollen gemeinsam die Sanddornfruchtfliege bekämpfen

 

 

 

Projektinformation

Sanddorn wird in Brandenburg derzeit auf ca. 370 ha angebaut und ist somit nach Apfel und Süßkirsche die Obstart mit der drittgrößten Anbaufläche. Davon werden 90 % der Sanddornflächen nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Diese Flächen sind durch das massive Auftreten der Sanddornfruchtfliege Rhagoletis batava HER. stark bedroht. Für den ökologischen und auch für den integrierten Sanddornanbau fehlen adäquate Strategien, die eine zuverlässige Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege garantieren. Ohne eine praxis- und zeitnahe Bekämpfungsstrategie ist die Zukunft des Sanddornanbaus in Norddeutschland stark gefährdet.

 

Ziele

Die OG entwickelt eine modulare Pflanzenschutzstrategie zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege. Dazu werden verschiedene nicht-chemische Einzelmaßnahmen (Module) im Baukastenprinzip zu einer Gesamtstrategie verbunden. Dieses Prinzip ermöglicht jedem Anbauer eine betriebsangepasste Kombination von Bekämpfungsmaßnahmen. Die Module umfassen Varianten von Fallen, mechanische Bodenbearbeitungen, Barrieren, Makro- und Mikroorganismen wie Nützlinge und insektenpathogene Pilze, die Betrachtung der Sortenauswahl und mobile Hühnerhaltung. Parameter für die Auswahl der geeigneten Modulkombinationen sind der Befallsdruck, die Bewirtschaftungsweise, das Sortenspektrum, die Bodenvoraussetzungen sowie Klima und Witterungseinflüsse.

 

Durchführung

In Zusammenarbeit mit vier Anbaubetrieben werden Einzelmaßnahmen zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege von Labor- über Semifeld- bis hin zu Freilandversuchen erprobt und zu einer modularen Pflanzenschutzstrategie entwickelt. Die erfolgsversprechenden Modulvarianten werden dann auf ihre Kombinationsfähigkeit und Wirksamkeit untersucht. Die Ergebnisse werden als Handlungsempfehlungen in Form eines praxisnahen Handbuchs und Kurzvideos allen Sanddornanbauern zugänglich gemacht.

 

 

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